Wie ich 2022 zur virtuellen Assistentin wurde

Eine virtuelle Assistentin? Was soll das denn sein?

Ungefähr so sah mein erster Gedanke aus, als ich eher zufällig davon hörte, dass eine Fotografin für ihr Backoffice und ihre Buchhaltung eine virtuelle Assistentin beschäftigte. Ich hatte bis dahin keine wirkliche Vorstellung davon, dass es Menschen gab, die andere Unternehmen aus der Ferne bei solchen Aufgaben unterstützten – geschweige denn, dass daraus ein eigenes Business entstehen konnte.

Aber dieser Gedanke an die virtuelle Assistenz ließ mich einfach nicht mehr los.

Damals arbeitete ich als Arzthelferin, hauptsächlich in der Verwaltung und an der Anmeldung. Mein Job war sicher und es machte mir Spaß tagtäglich durch die Praxis zu flitzen, Patient:innen während der Sprechstunde zu betreuen, ihnen beizustehen und gemeinsam mit meinen Kolleginnen, die Praxisorganisation zu wuppen. Trotzdem hatte ich schon länger den Wunsch, nebenbei noch etwas Neues zu lernen und etwas Kreativität in mein Leben zu bringen. Etwas im Bereich Marketing, das mich mehr herausforderte und mir langfristig vielleicht neue Möglichkeiten eröffnen würde. Nur hatte ich keine Ahnung, wie das konkret aussehen sollte.

Und dann hörte ich diesen einen Satz über eine virtuelle Assistentin.

Plötzlich begann mein Kopf zu rattern. Könnte ich so etwas auch machen? Würde jemand meine Unterstützung überhaupt brauchen? Und vor allem: Welche Skills hatte ich vielleicht sogar schon, mit denen ich Unternehmer:innen unterstützen könnte?

Ich hatte auf keine dieser Fragen eine konkrete Antwort. Aber statt noch monatelang darüber nachzudenken, beschloss ich irgendwann, es einfach herauszufinden. Ab da suchtete ich regelrecht den Podcast einer bekannten VA-Mentorin. In freien Minuten in der Pause, im Bus auf der Heimfahrt oder abends auf dem Sofa sammelte ich mir alle Informationen zusammen, die ich brauchte. Und meine Gedanken gingen plötzlich über von „Was soll eine virtuelle Assistentin sein“ zu „Wow, ich glaube, ich werde wirklich eine virtuelle Assistentin!“.

Meine Gewerbeanmeldung als VA

Dann ging es irgendwie ganz schnell. Mitten in der Weihnachtszeit, während andere Plätzchen aßen und Weihnachtsgeschenke besorgten, flitzte ich auf unsere Gemeinde und sagte „Hallo, ich möchte gerne mein Gewerbe als virtuelle Assistentin“ anmelden. Ich dachte schon, jetzt kommt wieder die klassische Frage, was das denn sein soll. Aber der freundliche Mitarbeiter freute sich und sagte, dass vor kurzem erst eine junge Frau da war, die auch so etwas startete. Wie cool, denn plötzlich fühlte ich mich gar nicht mehr so alleine in meiner neuen digitalen Welt!

Mein erster Auftrag als virtuelle Assistentin

Mein erster Auftrag ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Es war eine Coachin, die unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Abnehmen und Life Coaching arbeitete und ein Coachingprogramm rund um Gesundheit und Business angeboten hat. Für mich war das damals ein ziemlich großer Moment: Da war tatsächlich jemand, der meine Unterstützung wollte. Aus einer Idee, die zunächst nur in meinem Kopf existiert hatte, war plötzlich ein echtes Business geworden.

Die Schattenseiten gleich zu Beginn der Selbstständigkeit

Meine Emotionen am Anfang: zwischen Mut, Angst, unglaublicher Freude & der Aufgabe mir selbst treu zu bleiben

Allerdings war dieser erste Auftrag gleichzeitig eine der wichtigsten Lektionen meiner bisherigen Selbstständigkeit. Ich habe damals sehr viel gegeben und mich in dieser Zusammenarbeit deutlich zu sehr ausnutzen lassen. Ich wollte es gut machen, wollte zeigen, dass ich zuverlässig bin und dass ich diese Chance verdient hatte. Rückblickend hätte ich viel früher Grenzen setzen und meinen eigenen Wert klarer vertreten müssen. Die Zusammenarbeit war super chaotisch, Rechnungen wurden immer zu spät bezahlt, zu Meetings kam sie teilweise 30 – 60 Minuten zu spät oder gar nicht und der Stundensatz? Über den sprechen wir lieber erst gar nicht.

Die Zusammenarbeit gibt es heute nicht mehr, aber auch, weil sie ihr Business in Form Mitte 2022 aufgegeben hat und heute etwas anders macht. Die Erfahrung ist aber geblieben – und mit ihr eine Erkenntnis, die ich für meine weitere Selbstständigkeit mitgenommen habe: Gute Arbeit allein reicht nicht. Selbstständigkeit bedeutet auch, den eigenen Wert zu kennen, Grenzen zu setzen und sehr genau hinzuschauen, mit wem man zusammenarbeiten möchte.

Mit jeder neuen Aufgabe, jedem Kunden und jeder Erfahrung wurde mir außerdem klarer, was ich eigentlich kann und wo meine Stärken liegen. Aus dem anfänglichen Gedanken „Vielleicht kann ich das ja“ wurde langsam die Überzeugung, dass ich mit meiner Arbeit tatsächlich etwas bewirken kann.

Was ich als virtuelle Assistentin wirklich erreichen will

Denn virtuelle Assistenz bedeutet für mich heute längst nicht mehr nur, Aufgaben im Hintergrund abzunehmen. Gerade Menschen, die mit ihrer eigenen Expertise arbeiten, haben oft unglaublich viel Wissen und Ideen im Kopf – aber irgendwann fehlt schlicht die Zeit, alles selbst umzusetzen. Dann besteht der Businessalltag plötzlich aus Content, Website, Marketing, Organisation und unzähligen kleinen Aufgaben, die alle irgendwie erledigt werden müssen. Genau dort möchte ich heute unterstützen.

Ich verbinde meine Erfahrung aus Kommunikation, Marketing und Content mit meiner fachlichen Expertise und unterstütze Gesundheits- und Online-Unternehmer dabei, ihr digitales Business klar aufzustellen und ihre Ideen tatsächlich umzusetzen.

Wenn ich heute darüber nachdenke, wie alles angefangen hat, finde ich es ziemlich verrückt, dass dafür eigentlich nur ein einziger Satz nötig war:

Eine Fotografin erzählte mir, dass sie eine virtuelle Assistentin beschäftigt.

Ich wusste damals nicht, wohin mich diese Idee führen würde. Ich wusste nicht, ob ich damit Erfolg haben würde oder ob überhaupt jemand meine Unterstützung brauchen würde. Ich wusste nur, dass ich es ausprobieren wollte. Und manchmal ist genau das der Moment, in dem man etwas Mut aufbringen muss aber in dem auch etwas wundervolles Neues beginnt.

Wenn euch noch mehr interessiert oder ihr aktuell Unterstützung sucht, schreibt mir einfach.

Eure Kerstin 🙂

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